Grußworte des FCS – unsere heutige 1. Alte Herren

Früher war alles besser und die Jugend von heute ist komplett verdorben.“ Wenn diese Gedanken sich in deinem Kopf festsetzten, weil du Woche für Woche von kleinen Hosenscheißern mit bunten Plastiktretern und French Crop Trendfrisur vermöbelt wirst, dann ist es Zeit aufzuhören.

Ganz so dramatisch war es zwar nicht, denn mein FC Störtebeker ist ja nicht irgend eine Nullachtfünfzehn Mannschaft. Vizemeister und Pokalsieger in Hamburgs höchster Freizeitliga wirst du nicht ohne das gewisse Etwas im Team und natürlich wussten wir uns auch im fortgeschrittenen Alter noch zu wehren. Nur wurde das Spiel zunehmend zum Kampf und die schon immer zahlreichen Abnutzungserscheinungen zunehmend zu ernsthaften Verletzungen. Anders gesagt: Wenn das Bier nach dem Spiel deine Wunden nicht mehr vollständig heilt und du dich mehr mit deinem Gegner als dir selbst beschäftigst, läuft etwas falsch.

Was sich in den vorherigen Jahren andeutete wurde 2020 zur Gewissheit. Die Piratenmeute fuhr Ihren ruhmreichen Zehnmaster nach 20 gemeinsamen Jahren auf hoher See endgültig in den sicheren Hafen an der Badhovenstreet und betrat das Festland. Einige der stolzesten Pirate blieben zwar an Deck um die Rum Reserven vollständig zu leeren, doch sehe ich sie immer wieder aus den Luken heraus blinzeln um zu beobachten was ihre Kameraden draußen so treiben. Und das, was sich dort im Schatten der neu errichteten Betonburgen so abspielt erinnert sie dann stark an die gute alte Zeit, als der Totenkopf noch Angst und schrecken verbreitete.

Verstärkt mit einigen kampferprobten Landratten hat sich eine neue Altherren-Meute gefunden, die in der der aktuellen Saison mit dem Messer zwischen den Zähnen, der Eule auf der Brust und dem Totenkopf im Herzen, von Sieg zu Sieg eilt. 31 Punkte nach 11 Spieltagen mit einem Torverhältnis von 52 zu 9 spricht für sich. Die Tabellenführung haben wir zuletzt gegen den zweitplatzierten FC Hamburg auf 9 Punkte ausgebaut.

Um mit den Worten meines Kapitäns zu sprechen: „Schlagen können wir uns jetzt nur selber.“ Ob der aktuelle Trend sich in der Rückrunde fortsetzen wird bleibt trotzdem abzuwarten. Im Fussball kann vieles passieren und wir sind ja nicht jünger geworden, nur die Gegner deutlich älter. Die eine oder andere Kampfansage wurde uns bereits vorgetragen, allerdings ohne das Hintergrundwissen, dass wir die Piraten sind.

Kampfansagen sind unser Ding!

Grüße gehen raus an alle meine alten Haudegen, meine neuen Freunde und an alle im Verein die uns großartig aufgenommen haben. Nicht zuletzt auch an die kleinen Hosenscheißer mit Plastiktretern, die uns bei unserem wichtigen letzten Heimspiel lautstark vom Spielfeldrand angefeuert haben. Die Jugend von heute weiß halt doch, was sich gehört.

Euer MoQuadrat – im Namen des FC Störtebeker